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Digitalisierung und TZI -Schlaglichter von der Jahresversammlung

In der digitalisierten Welt kommunizieren und navigieren mit dem Kompass der TZI

Digitalisierung

Von Dr. Holger Kaffka

Ein großes Thema für einen Tag! Sicher: Irgendwie haben wir doch alle mit Computer zu tun. Die meisten nutzen auch ein Smartphone. Aber welche Konsequenzen hat Digitalisierung für die Gesellschaft? Wer gewinnt? Wer verliert? Und was bedeutet das für uns, wenn uns die TZI-Wertebasis wichtig ist?

Wir haben uns unsere jeweils eigene Nähe zur digitalen Welt deutlich gemacht. Wir haben gemerkt, wie unterschiedlich wir auch in dieser Hinsicht sind. Aber als wir den Film „Schöne neue Welt“ gesehen haben, haben wir angefangen, die globale Dimension der Digitalisierung zu begreifen. Ich liebe es den Rechner zu traktieren. Aber was alles machbar ist und gemacht werden wird, ängstigt auch mich. So war es gut, dass wir uns klar gemacht haben, wie ich mit dem Vier-Faktoren-Modell zumindest für mich selbst zu Entscheidungen kommen kann, die ich verantworten will.

Ein Nebeneffekt war, dass wir überlegt haben, wie wir unsere Kommunikation im Internet sicherer machen können. Nun bin ich gespannt, wann ich meine erste verschlüsselte Mail aus dem RCI bekomme...

 

 


Alle reden von Digitalisierung – wir im RCI-BDO auch! Aber warum sollten wir?

Digitalisierung

Von Corinna Heimeshoff

Diese Frage, die wir uns stellten, war noch relativ leicht zu beantworten: mit einem klaren ja, das sagt unser Kompass, wir wollen verantwortlich handeln. Die Welt um uns herum – unser Globe – verändert sich mit der Geschwindigkeit eines Tsunamis.

Der Ort der bahnbrechenden Erfindungen, wurde im Film: "Schöne neue Welt" gesetzt: das Silicon Valley. Wir sahen etwa die Hälfte, mehr Zeit blieb uns nicht. Ich steckte wie einige andere wieder zwischen Lust und Frust im Angesicht dieser digitalen Welt, die mich mit schnellen Kamerafahrten über die Straßen von San Francisco fast atemlos machte. Diese Zwickmühle kannte ich schon. Und es kam noch eine dazu, im Schlusswort der Autoren, das ich mir zu Hause im Netz anschaute: zwischen Verheißung und Gefahr. Ich möchte aus diesem Fazit von Claus Kleber zitieren, weil es unseren Austausch in der Gruppe abbildet und die zweite Zwickmühle in einen europäischen Kontext stellt. Und hier finde ich mich wieder – als Europäerin und als TZIlerin:

...Die neuen Werkzeuge faszinieren uns, sie bestimmen unser Leben. Aber sie überfordern auch. Müssen wir mitgehen auf diesem Trip? Nein, wir sind Europäer aus anderem Holz geschnitzt. Wir vergöttern Veränderungen nicht so. Das ist nicht unser Trip. Vielleicht neigen wir zu einem schärferen Blick dafür wie untrennbar verwoben Verheißung und Gefahr im Fortschritt sind, sehen besser wie dringend es wäre nachzudenken bevor Unwiderrufliches geschieht. Aber bremsen alleine wird nicht reichen.

Es reicht nicht, ist aber ein Anfang, dem andere Schritte folgen müssen und da geht die Suche weiter.

Und wie steht es mit der Ganzheitlichkeit in der digitalen Welt? Wir diskutierten am Beispiel eines E-Learning Projektes mit Präsenztagen und Online Wochen. Unser TZI Kompass wurde dabei angewandt, wie es oben auf dem Bild zu sehen ist.

Meine Zwickmühlen sind immer noch da, aber sie rauben mir weniger Energie, wenn ich meinen Kompass zur Hand nehme und mit anderen auf der Suche nach Lösungen für die vielen Veränderungen in der digitalisierten Welt bin...

 

 


Umgang mit Angeboten im Netz

Von Prof. Dr. Gero Wedemann

Ich selbst habe bei der Nutzung von Diensten immer die Leitfrage: Wenn das in der analogen Welt wäre, würde ich das auch so machen? Mir hat bei der Jahrestagung die Anregung gut gefallen, auch das Dreieck in der Kugel als wichtiges Instrument zu nutzen, wie dies Holger Kaffka in seinem Schlaglicht beschrieben hat.

Bei Diensten im Netz, die meine Daten speichern, frage ich mich immer vor der Nutzung: Ist mir der Dienst es wert, dass meine persönlichen Daten bei diesem Unternehmen dauerhaft liegen? Welche persönlichen Daten möchte ich diesem Unternehmen überhaupt offenbaren und überlassen? Z.B. nutze ich Facebook nur beruflich, oder habe ich dort auch meine Urlaubsbilder. Ich muss immer abwägen, was der Nutzen für mich ist, und was ich offenbaren muss, um diesen Nutzen zu bekommen. Z.B. stellt sich die Frage, ob ich meine Jogging-Tour durch den Wald mit meiner Sport- Uhr aufzeichnen und nachher analysieren möchte, damit ich mein Training das nächste Mal darauf ausrichten kann. Dafür muss ich dann aber in Kauf nehmen, meine personenbezogenen Orts- und Gesundheitsdaten ins Netz zu laden. Das kann m.E. nur jeder für sich selbst abwägen. Dabei ist auch daran zu denken (WIR), dass z.B. auf Fotos auch andere Menschen sind, die vielleicht gar nicht auf Facebook gezeigt werden wollen, oder Kontaktdaten anderer Menschen, die ich mit meinem Adressbuch bei google hochlade.

Dienste, die nichts kosten, finanzieren sich durch die Analyse der Daten und die Schaltung dazu passender Anzeigen. Der Vorteil ist, dass ich passende Werbung gezeigt bekomme, und nicht Dinge, die mich nicht interessieren. Als Nachteil ergibt sich, dass die Unternehmen Daten über mich sammeln und diese auch nie mehr löschen. Ich weiche deswegen gerne auf Dienste aus, für die ich bezahle und die diese Auswertungen deswegen nicht durchführen. Dies ist allerdings nur selten möglich. Bei E-Mail geht das z.B. durch Nutzung von posteo.de oder mailbox.org. Bei posteo finde ich gut, dass sie mit Ökostrom arbeiten (GLOBE). Bei den anderen Diensten im Netz bin ich so datensparsam, wie es eben geht.

E-Mail -Verschlüsselung ist im Prinzip eine gute Sache, da eine E-Mail die Sicherheit einer mit Bleistift geschriebenen Postkarte besitzt. Die Verschlüsselung krankt daran, dass die Empfänger einen Schlüssel besitzen müssen. Die Einrichtung ist bei den Email-Programmen in der Regel allerdings gar nicht so einfach. In der Praxis setzt sich Verschlüsselung deswegen leider schon seit Jahrzehnten nicht durch, obwohl die Technologie ebenfalls seit Jahrzenten kostenfrei verfügbar ist, ausgereift ist und gut funktioniert.

Daten, die auf meinem persönlichen Computer liegen, sind recht sicher, da für einen Zugriff darauf der Computer gehackt werden muss oder ein physischer Zugriff benötigt wird. Beides ist nicht so einfach. Ich selbst verschlüssele nur personenbezogene Daten wie z.B. Notenlisten meiner Studierenden mit VeraCrypt.

Updates des Betriebssystems und der Anwendungsprogramme ist kein Selbstzweck, sondern sie enthalten häufig Sicherheitsupdates und sind daher ausgesprochen wichtig. Sehr alte Geräte, für die es keine Sicherheitsupdates mehr gibt, sind ein Einfallstor für Kriminelle. Das ist keine theoretische Gefahr.

Wer dazu mehr wissen will: Der Hessische Rundfunk bietet im Funkkolleg Sicherheit fundierte, hochwertige und gut aufgemachte Information an. Da sind die Folge 4 „Dem Staat misstrauen, aber auf Google bauen – wie wir mit unseren Daten umgehen“ (24:38 min) und Folge 7 „Verschlüsselung ist gut – warum nutzt sie bloß keiner?“ (24:42 min) die interessantesten in diesem Zusammenhang, aber auch die Folgen 5, 6, 8 sind sehr informativ. Sie bauen nicht aufeinander auf und lassen sich getrennt hören.

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