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„TZI-Werkstatt“ in Sachsen hatte seine Bewährungsprobe

Nachdem wir das neue, nun über die Evangelische Erwachsenenbildung ausgeschriebene, Format „TZI-Werkstatt“ im vergangenen Jahr eingeführt hatten, fand die erste, von TZI-TeilnehmerInnen selbst gestaltete Werkstatt am 30.04.2022 in Meißen statt.

Liane Freudenberg und Andreas Dieckmann probierten sich im Leiten aus mit dem Thema: „Will (m)ich Basisdemokratie?“. Wir ließen uns offen auf das Vorgehen der Leitung ein. So konnten wir zur Basisdemokratie Neues entdecken und zugleich auch erfahrungsbezogen für die eigene Leitungspraxis lernen. Dazu nahmen wir uns am Ende des Tages Zeit für eine Prozessreflexion. Wir trugen zusammen, was uns am Prozess dieses Tages eindrücklich war, wie es den beiden durch ihre Gestaltung gelungen ist, Erfahrungsgewinn und Nachdenken auszulösen: mit den Themen, mit den Strukturen (Plenum, Gruppenarbeiten, “fishbowl”), mit ihrer Art, zu leiten oder ihren Interventionen.


Ein paar Blitzlichter vom Tage seien hier erwähnt:

  • In der Anfangsrunde ‚nur‘ die Vornamen zu hören, war sehr ungewohnt. Es hatte aber „Wirkung“ – „dass wir als Einzelne zählen“ (Ruth Cohn) – und führte zu einem Gefühl der Gleichwertigkeit aller Personen,

  • Im ersten Paaraustausch zeigte sich, dass wir alle unterschiedliche, mehr oder weniger verschwommene, Vorstellungen von Basisdemokratie hatten. So etwas spiegelt sich dann natürlich auch in Diskussionen wider. Wir merkten: Basisdemokratie ist ein einfaches Wort, aber komplex und kompliziert in der Anwendung bzw. Umsetzung.

  • Die Verbindung zur TZI wurde von einer Kleingruppe unter der Teilüberschrift beleuchtet: „Was passiert, wenn der Ruf nach Basisdemokratie als „Störung“ verstanden wird?“

  • Festzustellen war aber auch, dass in der Begeisterung für die “Sache” die Themen schnell zu groß gesetzt werden und dann die Zeit nicht reicht. So hätten wir gern ein Stück Basisdemokratie spielerisch gestaltet, aber die Zeit reichte nicht!

 

Liane und Andreas haben diese Werkstatt engagiert und eigenständig geleitet. Beide hatten Erfahrung im Umgang mit Gruppen und TZI, das war zu spüren. Dabei wurde auch deutlich: Beim Leiten darf es durchaus Unsicherheiten geben, ohne dass es der Gruppe gleich um die Leitung bange wird. Es kann ja auch gar nichts „schief gehen“ in so einer Werkstatt– weil es in der Prozessreflexion dann darum geht, auch aus kritischen Situationen für die eigene Praxis zu lernen.

Wir freuen uns: Die Leitung und die Themen für die nächsten TZI-Werkstätten haben sich schon gefunden. Am 15.10.2022 setzt Frank Richter fort, mit dem Thema „Bis hierher und nicht weiter – oder geht’s ein bisschen freundlicher? Eigene Grenzen erkennen und freundlich damit umgehen“. Wir laden herzlich ein, nach Meißen zu kommen.

 

Claudia König und Peter Vogel

 

PS: Weitere Werkstatt-Termine sind der 13.5.2023 und der 2.9.2023

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